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Die 10 besten Marinas in Kroatien

Kroatien zählt mehr als 1.200 Inseln, Eilande und Riffe entlang von 1.777 Kilometern Festlandküste, und fast alle liegen in bequemer Tagesdistanz zu einem versorgten Liegeplatz. Das ist kein Zufall: Das ACI-Netz — Adriatic Croatia International Club — wurde in den 1980er-Jahren als Kette von 22 Marinas angelegt, bewusst jeweils wenige Segelstunden voneinander entfernt, von Umag an der slowenischen Grenze bis hinunter nach Dubrovnik. Rechnet man die privat geführten Schwergewichte wie Marina Punat, Marina Kornati in Biograd und Marina Frapa hinzu, ergibt sich eine Küste, an der die schwierigste Entscheidung nicht die Suche nach Schutz ist, sondern die Wahl der Basis, von der aus man vor dem nachmittäglichen Maestral die meisten Inseln erreicht.

Wie das ACI-System einen Kroatien-Törn prägt

Wer ACI versteht, hat die halbe Törnplanung erledigt. Die Kette zieht sich über die gesamte Küste, eine einzige Mitgliedskarte bringt Rabatte auf Liegegebühren, und die Standards sind überall gleich: Wasser und 220-Volt-Strom an jedem Steg, Treibstoff in der Nähe, Personal, das die Mooringleinen reicht. Die Preise erreichen im Juli und August ihren Höhepunkt — ein 12-Meter-Schiff zahlt in den beliebten südlichen Marinas 90 bis 130 Euro pro Nacht — und fallen im Mai, Juni und September um ein Drittel oder mehr. Der kluge Ansatz für die erste kroatische Saison: eine ACI-Basis wählen und die umliegenden Konobas, Stadtkais und Bojenfelder als eigentliches Revier begreifen, in die Marina kehrt man nur für Wäsche, Proviant oder ein Wetterfenster zurück.

Marina Punat — die große alte Dame von Krk

Versteckt in der Puntarska Draga, einer fast vollständig umschlossenen Bucht der Insel Krk, reichen die Bootsbau-Wurzeln von Marina Punat bis 1885 zurück — sie gilt als älteste Marina Kroatiens. Rund 800 Seeliegeplätze und eine ernstzunehmende Werft mit Travelliften bis 230 Tonnen machen sie zum Winterlager der Nordadria-Segler. Der Schutz ist nahezu absolut, denn die schmale Buchteinfahrt erstickt jeden Schwell. Von hier öffnet sich der Kvarner: Rab mit seinen vier Glockentürmen, die karge Mondlandschaft von Pag, die grünen Kanäle von Cres und Lošinj. Njivice und Jadranovo auf der Festlandseite bieten ruhige Ausweichplätze, wenn Punat voll ist.

ACI Opatija und die Kvarner Riviera

Die ACI Marina Opatija liegt eigentlich in Ičići, zwei Kilometer von der K.-u.-k.-Uferpromenade Opatijas entfernt, unter der 1.401 Meter hohen Kalkwand der Učka. Ihre 283 Plätze bedienen Segler, die Kaffeehäuser und eine richtige Stadt in Gehweite wollen. Der Kvarner ist eine Windmaschine: Im Winter stürzt die Bora in heftigen Fallböen von der Učka herab, an Sommernachmittagen weht dagegen ein verlässlicher Maestral mit 15 Knoten. Tagesschläge führen zur Kiesbucht von Medveja, um die Ecke nach Lovran oder in drei bis vier Stunden hinüber nach Cres.

Marina Kornati, Biograd — das Tor zu den Inseln

Biograd na Moru beherbergt die größte Charterflotten-Konzentration Kroatiens, und die Marina Kornati mit rund 800 Plätzen ist ihr Maschinenraum. Der Grund ist die Geografie: Der Kornaten-Archipel — 89 als Nationalpark geschützte Inseln, Eilande und Riffe — beginnt kaum 10 Seemeilen vor der Küste. Die Parktickets sind an Land im Vorverkauf günstiger als beim Rangerboot. Von Biograd aus erreicht man außerdem die Ankerplätze im Pašman-Kanal oder fährt die Krka hinauf nach Skradin und liegt unterhalb der Wasserfälle des Krka-Nationalparks — einer der wenigen Orte im Mittelmeer, an denen man im Süßwasser ankert.

Šibenik und Vodice — das Drehkreuz Mitteldalmatiens

Luka Šibenik ist eine ertrunkene Flussschlucht, die man durch den engen Sankt-Antonius-Kanal unter der venezianischen Festung St. Nikolaus, einem UNESCO-Welterbe, ansteuert. D-Marin Mandalina in der Bucht ist Kroatiens wichtigste Superyacht-Anlage mit Plätzen bis 140 Meter, nimmt aber auch normale Fahrtensegler auf. Acht Meilen nördlich betreibt Vodice eine lebhafte 400-Plätze-Marina mitten im Ort — lauter, günstiger und perfekt gelegen für Prvić und Zlarin, die Schwammtaucher-Insel Krapanj (deren kleine Luka Krapanj kaum zwei Meter Wassertiefe hat — Tiefgang prüfen!) und die flache Fischerbucht Zablaće. Die Marina Zaton, versteckt in einer eigenen Bucht nordwestlich von Šibenik, ist das ruhige Schlechtwetterloch der Einheimischen.

Vor den Toren Splits: Marina Lav und die Kais von Čiovo

Split selbst hat die beengte ACI-Marina unter dem Marjan-Hügel, doch viele Crews wählen inzwischen die Marina Lav in Podstrana, 8 Kilometer südöstlich, eine 74-Plätze-Resortmarina mit Hotel darüber. Von beiden öffnet sich das klassische mitteldalmatinische Dreieck: die Marina Rogač auf Šolta in ihrer tiefen Bucht nur 9 Meilen entfernt, die Bars von Hvar-Stadt, die Pakleni-Inseln und Brač mit der weißen Kieszunge Zlatni Rat bei Bol. An der Nordküste von Brač hält Povlja einen verschlafenen Kai bereit, wo das Konoba-Abendessen die Hälfte dessen kostet, was Hvar verlangt. Bei Trogir säumen kleine Stege und ein langer Badestrand das Ufer von Okrug Gornji auf der Insel Čiovo.

Die Riviera von Makarska und der Kanal nach Hvar

Zwischen Split und der Halbinsel Pelješac steigt das Festland direkt ins 1.762 Meter hohe Biokovo-Massiv an, und die Dörfer an seinem Fuß — darunter Igrane mit seinem schlanken venezianischen Turm — bieten eher kleine Häfen als vollwertige Marinas. Gegenüber, am schmalen Ostzipfel von Hvar, liegt Sućuraj mit einem Leuchtturm von 1889; hier queren die Fähren, und auf dem Schlag nach Süden ist es ein praktischer Übernachtungsstopp. Bei Bora ist dieser Abschnitt mit Respekt zu behandeln: Die Biokovo-Wand beschleunigt sie ohne Vorwarnung auf 50 Knoten, und Igrane–Sućuraj ist der übliche Fluchtschlag.

Dubrovnik: ACI, Frapa und die Elaphiten

Der südliche Endpunkt jedes Kroatien-Törns ist Dubrovnik, und die Liegeplatzauswahl hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Die ACI Marina Dubrovnik liegt 6 Kilometer landeinwärts in der geschützten Rijeka Dubrovačka bei Komolac, 425 Plätze unter der Franjo-Tuđman-Brücke. Die neuere Marina Frapa Dubrovnik teilt sich dieselbe Bucht mit einem polierteren Hotelangebot. Die Tagestörns von hier sind großartig: die Elaphiten-Inseln Koločep, Lopud und Šipan, der Dorfkai von Zaton, die geschützte Bucht von Slano am Festland — ein guter Ankerplatz und zugleich Bora-Refugium — sowie die kleine Marina Orašac im Nordwesten. Regattasegler sollten den YC Orsan in der Lapad-Bucht kennen, Dubrovniks Heimatclub seit 1923.

Formalitäten, Papiere und Saison

Kroatien gehört zur EU und zum Schengenraum, was europäischen Crews das Leben enorm erleichtert hat: Das Einklarieren bei Ankunft aus anderen Schengenstaaten entfällt. Erforderlich bleiben ein gültiger Führerschein mit UKW-Funkzeugnis — Kroatien kontrolliert das strenger als fast jedes andere Mittelmeerland — sowie Bootsregistrierung und Versicherungsnachweis. Die Saison läuft von April bis Oktober; Juli und August bringen Gedränge, Spitzenpreise und den kräftigsten Maestral, während Juni und September 24 bis 26°C Wassertemperatur und halbleere Buchten bieten. Im Auge behalten sollte man die beiden gefährlichen Winde: die trockene, böige Bora aus Nordost und den warmen, feuchten Jugo aus Südost, der die größere See aufbaut.

Auf der Karte

Jede Marina dieser Liste — von Punats hundertjähriger Werft bis zu den beiden Becken von Dubrovnik — ist auf unserer interaktiven Karte verzeichnet, dazu Hunderte kleinerer Kais, Ankerplätze und Tankstege entlang der Adria. Zoomen Sie auf Kroatien auf der Karte, messen Sie Distanzen zwischen den Inseln, prüfen Sie die Ausstattung jedes Hafens und planen Sie Ihre eigene Route durch die Tausend-Inseln-Küste.