Die 10 besten Marinas auf den Kapverdischen Inseln
Mindelo liegt wie eine Schale aus weißen und ockerfarbenen Häusern am südlichen Ufer von São Vicente, und von November bis Dezember ist die Bucht von Porto Grande ein einziges Gewirr aus Masten und Wanten. Crews aus zwanzig Nationen prüfen hier ihre Wetterrouting-Software, füllen Dieseltanks auf und debattieren, ob der Nordostpassat bis Barbados halten wird. Die Kapverden sind für Blauwassersegler kein bloßer Tankstopp — sie sind der Hauptprobe für den Atlantik, und jede ihrer zehn Inseln spielt dabei eine andere Rolle.
1. Marina Porto Grande, Mindelo (São Vicente)
Mit rund 350 Liegeplätzen ist Porto Grande die größte Seglermarina des Archipels. Der Stegbereich verfügt über eigene Kraftstoffpontons, einen 50-Tonnen-Travellift und eine gut sortierte Schifffahrtsausrüstung. Wenige Schritte vom Hafentor entfernt steht die berühmte „Mauer von Mindelo" — eine Pinnwand voller handgeschriebener Passagesnotizen, Crew-Gesuche und Segelanweisungen. Der Markt an der Rua de Lisboa versorgt Crews mit frischem Thunfisch, Paprika und Papaya; Supermärkte führen portugiesische und französische Waren. Mindelo ist auch Heimathafen des ARC+ und Pflichtanlaufpunkt der ARC-Flotte.
2. Marina Sal-Rei, Boa Vista
Sal-Rei auf der sandigen Insel Boa Vista hat etwa 40 Liegeplätze und dient vor allem Charterflottillen sowie Fahrtenseglern, die die vorgelagerten Sandbänke erkunden wollen. Der Ankerplatz außerhalb ist durch eine Landzunge gut gegen den dominanten Nordostswell geschützt. Ein nennenswerter Schifffahrtsbedarf existiert nicht — Ersatzteile unbedingt mitbringen.
3. Porto da Palmeira, Sal
Der Handelshafen von Palmeira auf Sal verfügt über einen Yachtanleger für rund 25 Boote. Diesel und Wasser sind zuverlässig, und die Nähe zur Stadt Espargos macht Dieselmechaniker kurzfristig erreichbar. Viele Segler nutzen Palmeira als Zwischenstopp von den Kanaren kommend, bevor sie nach Süden nach Mindelo laufen.
4. Porto Inglês, Maio
Maio ist die stillste der östlichen Inseln. Der Ankerplatz vor Porto Inglês bietet ausgezeichneten Halt auf Sand und Gras bei 5–8 Metern Wassertiefe. Es gibt keinen Steg, aber das Dorf kann Wasser und einfache Grundnahrungsmittel liefern. Maio ist ideal für Segler, die einen ruhigen Tag abseits des Routendrucks suchen.
5. Tarrafal, São Nicolau
Im kleinen Hafen von Tarrafal auf dem zerklüfteten São Nicolau gibt es eine Betonkaje und Mooringleinen der örtlichen Fischereigenossenschaft. Die Einfahrtstiefe beträgt etwa 2,5 Meter. Das Spektakuläre hier ist die Kulisse: bewaldete Schluchten stürzen steil zum Wasser ab. Die Dorfbäckerei verkauft Brot, das nach Holzrauch und Zuckerrohr schmeckt.
6. Vale dos Cavaleiros, Fogo
Fogos Küste bei Mosteiros bietet in ruhigem Wetter einen offenen Ankerplatz. Der aktive Vulkan Pico do Fogo (2.829 Meter) dominiert jede Anfahrt und macht Fogo zu einem der dramatischsten Segelziele im Ostatlantik. Ein formaler Yachthafen existiert nicht; der kleine Handelskai bei Vale dos Cavaleiros kann flachgehende Boote gelegentlich aufnehmen.
7. Furna, Brava
Bravas einziger Port in Furna ist primär Fährterminal, bietet aber guten Schutz vor dem Nordostpassat. Die Durchfahrt zwischen Fogo und Brava kann in stärkeren Winden ruppig sein, doch die Belohnung ist eine Insel, die vom Massentourismus kaum berührt wurde. Das Kraterdorf Nova Sintra liegt auf einem schwindelerregend steilen Bergweg oberhalb des Hafens.
8. Tarrafal de Monte Trigo, Santo Antão
An der Westflanke Santo Antãos verbirgt sich bei Tarrafal de Monte Trigo eine hervorragende Naturbucht, die nur per Boot erreichbar ist. Der Halt ist gut auf Sand bei 6–10 Metern Tiefe, und die Dorfbewohner verkaufen regelmäßig frisch gefangene Fische direkt von ihren Booten.
9. Porto Novo, Santo Antão
Porto Novo ist der Fährterminal zwischen Santo Antão und São Vicente. Yachten können bei ruhigem Wetter am Betonkai festmachen; Diesel und Wasser sind verfügbar. Der eigentliche Reiz liegt im Zugang zu den tiefen Ribeiras im Inselinnern — Schluchten, die zu den schönsten Wanderzielen im gesamten Atlantischen Inselraum zählen.
10. Pedra Badejo, Santiago
Auf Santiago, der größten Insel, liegt die Hauptstadt Praia. Der Ankerplatz bei Pedra Badejo an der Ostküste bietet jedoch besseren Halt und eine ruhigere Atmosphäre. Ein geplantes Marinaprojekt in Praia befindet sich seit Jahren in der Entwicklung; vorerst müssen Yachten über die Hafenbehörde Kontakt aufnehmen, um einen Platz am Handelskai zu bekommen.
Timing, Wetter und die ARC-Abfahrt
Das beste Zeitfenster für die Kapverden ist Oktober bis Dezember. Die innertropische Konvergenzzone hat sich nach Süden zurückgezogen, der Nordostpassat baut sich auf, und die Sicht kann durch Saharastaub (Harmattan) gelegentlich auf wenige Kilometer sinken. ARC-Flotten verlassen Las Palmas gegen Ende November und erreichen Mindelo nach drei bis fünf Tagen — rund 870 Seemeilen mit dem Wind auf der Seite. Die ARC+-Route macht Kapverden zur obligatorischen Etappe mit zwei bis drei Wochen Aufenthalt.
Auf der Karte
Das gesamte Kapverdische Archipel — alle zehn Inseln mit Häfen, Ankerplätzen und Einfahrtskorridoren — ist auf unserer interaktiven Karte eingezeichnet. Zoomen Sie in Kapverden auf der Karte, um Inselpassagen und Haltegründe zu erkunden und Ihr Atlantik-Absprungfenster zu planen.