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Die 10 besten Marinas in Neuseeland

Wer Neuseeland zum ersten Mal auf dem Segelboot ansteuert, erwartet vielleicht eine ruhige Provinzidylle. Stattdessen trifft er auf eine maritime Infrastruktur, die internationalen Maßstäben standhält, eingebettet in Landschaften von fast unwirklicher Schönheit. Der subtropische Norden mit den pohutukawa-gesäumten Buchten der Bay of Islands und der zerklüftete Süden mit den Meeresarmen der Marlborough Sounds bieten technisch anspruchsvolles und gleichzeitig außerordentlich belohnendes Segeln. Dazwischen liegt die geschäftige Segelstadt Auckland mit dem größten Marinegebiet der südlichen Hemisphäre.

Westhaven Marina, Auckland

Mit über 1.700 Liegeplätzen unmittelbar am Waitemata Harbour ist Westhaven die größte Marina der Südhalbkugel und der unbestrittene Ausgangspunkt für Langfahrten in den Pazifik. Tanken, Chandlerie, Slipanlage, Reparaturbetriebe — alles ist fußläufig erreichbar. Die Nähe zu Aucklands Viaduct Harbour, mit seinen Restaurants und Bars, macht lange Aufenthalte zur Freude. Vom Steg aus blickt man auf die markante Silhouette der Aucklandbrücke; am frühen Morgen glitzert der Hafen vor dem vulkanischen Kegel des Rangitoto Island.

Gulf Harbour Marina, Halbinsel Whangaparāoa

Rund 40 Kilometer nördlich von Auckland bietet Gulf Harbour über 500 Liegeplätze und liegt am direkten Zugang zum offenen Hauraki Gulf. Regatta-Segler nutzen die Marina als Basis für Rennen im Golf; Langfahrtsegler schätzen die Nähe zur Wildschutzinsel Tiritiri Matangi, die man in weniger als zwei Stunden unter Segeln erreicht. Die Abschirmung durch die Halbinsel schützt vor nordöstlichem Schwell; das Restaurant am Steg sorgt für gesellige Abende.

Half Moon Bay Marina, Manukau

Half Moon Bay liegt östlich von Auckland am südlichen Ende des Hauraki Gulf und bietet über 400 Liegeplätze. Die Passage von hier nach Waiheke Island dauert unter Segeln weniger als eine Stunde. Die Marina ist weniger glamourös als Westhaven, dafür deutlich ruhiger; die Gemeinschaft der Bootsbesitzer kennt sich, und der Chandleriebetrieb am Steg ist gut sortiert. Tidenangezeigt zu beachten ist beim Auslaufen in den Manukau Harbour.

Pine Harbour Marina, Beachlands

An der Pohutukawa Coast südöstlich von Auckland gelegen, umgibt Pine Harbour ein dicht bepflanzter Einschnitt in einheimischem Buschland. Rund 450 Liegeplätze und ein Travellift machen sie zur bevorzugten Adresse für Segler, die ein Ozeanprojekt vorbereiten und Ruhe vor der Stadt suchen. Das Dorf Beachlands ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar: Bäckerei, Café, ein kleiner Supermarkt. Große Barrier Island liegt in einem Tagesschlag.

Whangarei Town Basin Marina

90 Seemeilen nördlich von Auckland liegt Whangarei, und die Town Basin Marina befindet sich direkt im Stadtzentrum — flankiert von Kunstgalerien, Cafés und einem Schifffahrtsmuseum. Der Tiefgang am Niedrigwasser beträgt 2,5 bis 3 Meter, was den meisten Fahrtenyachten entgegenkommt. Whangarei ist das wichtigste Winterquartier für Yachten, die nach dem Zyklon-Sommer in den Pazifik aufbrechen wollen. Die lokale Handwerkerszene — Rigging, Maschinen, Elektrik — genießt unter Langfahrern einen exzellenten Ruf.

Kerikeri Cruising Club Marina, Bay of Islands

Der Kerikeri Inlet ist einer der malerischsten Meeresarme Neuseelands. An seinem Ufer liegt Neuseelands ältestes noch erhaltenes Steingebäude, der Stone Store aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Marina des Kerikeri Cruising Club ist überschaubar — vor allem Liegeplätze längsseits und Mooring-Bojen — doch die Lage und die Gastfreundschaft des Clubs gleichen dies mehr als aus. Der Whangarei Cruising Club organisiert zudem einen aktiven Veranstaltungskalender für Gastsegler.

Opua Marina, Bay of Islands

Opua ist der offizielle Einklarierungshafen für Ozeansegler, die aus dem Pazifik kommen. Zollsteg, Quarantänepier und die nötigen Einreiseformalitäten sind hier konzentriert. Von Opua aus öffnet sich die Bay of Islands mit 144 benannten Inseln; das Ankern in Roberton Island, Oke Bay und Waewaetorea Passage gilt als erstklassig. Die historische Ortschaft Russell ist per Fähre in Minuten erreichbar, ohne den Anker zu lichten.

Marsden Cove Marina, Northland

Marsden Cove liegt an der Einfahrt zum Whangārei Harbour bei Ruakākā und ist die nördlichste Tiefwassermarina der Ostküste für Schiffe bis 30 Meter. Der gebaggerte Einfahrtskanal hat bei Niedrigwasser 3 Meter Tiefe. Slipanlage, Werkstätten und eine wachsende Mischnutzung von Wohnen und Nautik charakterisieren die Anlage. Nach Whangarei für Chandlerie braucht man rund 25 Minuten mit dem Auto.

Havelock Marina, Marlborough Sounds

Havelock bezeichnet sich als Welthauptstadt der Grünlippenmuscheln — zu Recht, denn die Aquakulturanlagen der Pelorus- und Kenepuru-Sounds funneln hier ihren Ertrag an die Kais. Die Marina ist das Tor zu den westlichen Armen der Marlborough Sounds. Der Tidenhub beträgt rund 2,5 Meter; Tiefgangsfragen erfordern sorgfältige Planung. Die Sounds selbst sind labyrinthisch: überschwemmte Flusstäler, eingebettet in olivgrüne Hügelketten mit Ankerbuchten, die nur vom Wasser aus erreichbar sind.

Waikawa Marina, Marlborough Sounds

Am Eingang zum Queen Charlotte Sound gelegen, ist Waikawa der südliche Knotenpunkt der Sounds-Segelei. Über 250 Liegeplätze, eine Chandlerie, Diesel, und der aktive Waikawa Boating Club machen die Anlage zum beliebtesten Stützpunkt dieser Region. Der Queen Charlotte Track — einer der Great Walks Neuseelands — beginnt bei Ship Cove, einer Bucht, in der Captain Cook zwischen 1770 und 1777 fünfmal ankerte. Segler müssen auf Nordwind-Böen im Sound achten; das Panorama entschädigt für jeden Schlag.

Auf der Karte

Neuseelands Küste erstreckt sich über 15.000 Kilometer, vom subtropischen Kap Reinga im Norden bis zur sub-antarktischen Foveaux-Straße im Süden. Nutze die interaktive Karte, um alle hier genannten Marinas zu lokalisieren und deine Passagen zu planen. Ob du eine Runde durch die Bay of Islands, eine Hauraki-Gulf-Woche oder eine Überquerung der Cook Strait planst — die Karte zeigt Untiefen, Ankerplätze und Liegeplätze auf einen Blick. Neuseeland auf der Karte gibt dir das vollständige Küstenbild von Norden bis Süden.