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Die 10 besten Marinas im Pazifischen Nordwesten

Wenn der Morgennebel über dem Puget Sound aufreißt, gibt er eine Kulisse frei, die selbst erfahrene Blauwassersegler sprachlos macht: Schneebedeckte Gipfel spiegeln sich im glattkammigen Wasser, dicht bewaldete Inseln flimmern im Frühdunst, und die Fähren zwischen Seattle und den San Juan Islands hinterlassen breite Silberspuren. Der Puget Sound umfasst rund 2.330 Quadratkilometer geschützte Binnengewässer, durchzogen von Tidenströmungen und Walwanderrouten. Zusammen mit den vorgelagerten Gulf Islands und dem legendären Desolation Sound in British Columbia entsteht eines der beeindruckendsten Segelreviere Nordamerikas — bedient von einem dichten Netz aus Marinas, das von städtischen Großanlagen bis zu idyllischen Waldstegbuchten reicht.

Shilshole Bay Marina, Seattle, Washington

Die Shilshole Bay Marina ist Seattles bedeutendste öffentliche Marina mit rund 1.400 Liegeplätzen. Betrieben vom Port of Seattle, schützt ein langer Außenwellenbrecher die Boote vor dem gelegentlichen Juan-de-Fuca-Swell. An klaren Tagen füllen die Olympic Mountains, knapp 80 Kilometer entfernt, den westlichen Horizont. Die Infrastruktur ist vollständig: 30- und 50-Ampere-Landstrom, eine Pumpenstation, Mastlager und Kranzlagerung sowie das Restaurant Anthony's direkt am Kraftstoffsteg. Die Shilshole Bay Marina ist außerdem Start und Ziel des Swiftsure International Yacht Race, einer der traditionsreichsten Hochseeregatten der Region.

Elliott Bay Marina, Seattle, Washington

Wenige Seemeilen südlich liegt die Elliott Bay Marina mit 1.200 Liegeplätzen, vor der Skyline Seattles und dem fernen Kaskadenkamm. Hier liegen häufiger Superyachten und Blauwassersegler, die die Nordwestpassage südwärts gefahren sind oder aus Hawaii kommen. Der Schiffshändler vor Ort gehört zu den bestsortierten im gesamten Nordwesten; auch Takenanlagen und Takelage-Spezialisten sind auf dem Gelände. Vom Steg bis in die Innenstadt Seattles sind es zu Fuß unter 20 Minuten.

Anacortes Marina, Anacortes, Washington

Anacortes liegt auf Fidalgo Island am nördlichen Ende des Puget Sound und ist das Eingangstor zu den San Juan Islands. Cap Sante Boat Haven, betrieben vom Port of Anacortes, verfügt über mehr als 1.000 Liegeplätze und eine Bootswerft mit einem 150-Tonnen-Travellift. Wer in die Gulf Islands aufbricht, nimmt häufig den Weg durch Deception Pass — einen engen, spektakulären Tidendurchlass mit Strömungen bis zu 6 Knoten, der am besten rund um den Kenterpunkt befahren wird.

Friday Harbor Marina, San Juan Island, Washington

Friday Harbor auf San Juan Island ist der natürliche Mittelpunkt des San-Juan-Archipels. Der transiente Dock des Port of Friday Harbor fasst bis zu 140 Boote; die Stadt selbst bietet Ausrüster, Fischrestaurants und Fährverbindungen. Die Walbeoachtung von den Westufern der Insel gilt zwischen Mai und Oktober als eine der besten im kontinentalen Amerika; Beobachtungen von südlichen Resident-Orca-Gruppen sind keine Seltenheit.

Roche Harbor Resort, San Juan Island, Washington

Einige Kilometer nördlich von Friday Harbor liegt Roche Harbor auf dem Gelände eines historischen Kalksteinbruchs aus dem 19. Jahrhundert. Das weiße Hotel de Haro von 1886 überblickt 377 Liegeplätze in einer von Henry Island geschützten Bucht. Hier befindet sich auch die beliebteste US-amerikanische Ausklarierungsstelle für Kanada; wer in die Gulf Islands aufbricht, macht fast immer in Roche Harbor Station.

Sidney North Saanich Marina, British Columbia

Auf der kanadischen Seite ist Sidney auf der Saanich Peninsula typischerweise der erste BC-Hafen. Die Marina mit 500 Liegeplätzen verfügt über einen eigenen Zollsteg, der die Einreiseformalitäten vereinfacht. Die Umgebung beherbergt mehrere Yachtwerften wie Philbrooks und Van Isle Marina, ideal für Ausschleppungen. Sidney liegt am südlichen Ende der Gulf Islands — Saltspring, Galiano, Mayne und Pender liegen alle innerhalb einer Tagesreise.

Ganges Harbour, Salt Spring Island, British Columbia

Ganges ist der Hauptort von Salt Spring Island und eines der begehrtesten Über-Nacht-Ankerziele in den südlichen Gulf Islands. Am Regierungssteg gibt es begrenzte Transitliegeplätze; wer Bug-zu-Heck vor Anker geht, findet ein Dorf mit Kunsthandwerksstudios, einem samstäglichen Bauernmarkt — einer der besten Kanadas — und Kneipenessen, die jeden Ankerwachtdienst rechtfertigen. Die Einfahrt aus dem Swanson Channel ist auch nachts problemlos.

Nanaimo Boat Basin, Nanaimo, British Columbia

Nanaimo liegt 100 Seemeilen nördlich von Seattle an der Ostküste von Vancouver Island und beherbergt mit dem Nanaimo Boat Basin die größte schwimmende Marinaanlage des Pazifischen Nordwestens mit rund 1.500 Liegeplätzen. Der Dinghy Dock Pub, nur per Wassertaxi erreichbar, ist eine Institution. Für Blauwassersegler, die Richtung Desolation Sound aufbrechen, ist Nanaimo der ideale Versorgungsort: Kraftstoff, Propan, Frischwasser und umfangreiche Proviantmöglichkeiten stehen bereit.

Comox Valley Harbour Authority, Comox, British Columbia

Comox befindet sich rund 50 Seemeilen nördlich von Nanaimo und ist der letzte größere Versorgungsanlauf vor den Gezeitenriffeln von Discovery Passage und dem Johnstone Strait. Die Hafenbehörde betreibt 500 Liegeplätze; vor Ort gibt es Kartenverkäufer, Takenanlagen und eine Waschküche. Die Comox Bar — eine ausgedehnter Trockenbereich — schränkt die Einfahrt für Kielboote auf zwei Stunden um Hochwasser ein, aber der Hafen ist gut vor den vorherrschenden Nordwestwinden geschützt.

Lund Harbour, Lund, British Columbia

Lund ist der nördliche Endpunkt des Pacific Coast Highway und das Eingangstor zum Desolation Sound Marine Park — dem unbestrittenen Juwel des Pazifischen Nordwestens. Der kleine Dock der Hafenbehörde fasst rund 80 Boote und verfügt über einen Kraftstoffsteg, doch die Bedeutung von Lund liegt in seiner Lage: 150 Seemeilen nördlich von Seattle, am Beginn jener magischen Sommerwochen im Sound. Im Juli erreichen die Wassertemperaturen in Desolation Sound bis zu 24°C — für diesen Breitengrad außergewöhnlich. Der Ankersteg in Princess Louisa Inlet gilt als Pflichtstation für jeden Nordwestpassage-Segler.

Auf der Karte

Das Marinennetz des Pazifischen Nordwestens erstreckt sich über 400 Seemeilen, vom urbanen Seattle bis in die Wildnisgewässer des Desolation Sound. Mit der interaktiven Karte können Sie die genaue Lage jeder Marina erkunden, Ihre Route planen und verborgene Ankerbuchten zwischen den großen Stationen entdecken. Zoomen Sie in den Pazifischen Nordwesten auf der Karte hinein, um zu sehen, wie der Puget Sound mit den Gulf Islands und der gesamten Innenpassage verbunden ist.