Die 10 besten Marinas auf Zypern
Zypern liegt dort, wo dem Mittelmeer der Westen ausgeht — eine sonnendurchglühte Insel, näher an Beirut und Alexandria als an Athen, und sie ist still zur großen Ganzjahresbasis des Meeres geworden. Während sich die Marinas der Adria und des Golfs von Lion im Oktober leeren, fahren die vor Limassol überwinternden Boote im Dezember noch Abendtörns, wenn das Wasser badewarm bleibt und die Brise sanft vom Troodos-Gebirge weht. Die Küstenlinie ist kurz — in wenigen Tagen harten Segelns ließe sie sich umrunden —, doch sie verdichtet eine bemerkenswerte Bandbreite: eine Luxusmarina neuer Generation mit über dem Wasser gebauten Apartments, eine Reihe von Fischereihäfen und die langen Sandbuchten der Akamas und des Ostens. Die folgenden zehn Häfen erklären, warum Crews auf dem Weg in die Levante, zum Suezkanal oder einfach in einen warmen Winterliegeplatz immer wieder Zypern wählen.
Marina Limassol: das Flaggschiff neuer Generation
Die Marina Limassol veränderte, was auf der Insel möglich ist. In die Uferfront der Altstadt geschnitten, umschließt sie Liegeplätze für rund tausend Boote — von Superyachten bis zu kleinen Fahrtenbooten — um Wohninseln, Restaurants und einen Strand, mit der mittelalterlichen Burg und dem Λεμεσός Παλιό Λιμάνι, dem alten Hafen, einen kurzen Spaziergang die Promenade entlang. Die Ansteuerung ist einfach und tief, das Becken voll versorgt, und die Dauerlieger gehören zu den sesshaftesten des östlichen Mittelmeers. Günstig ist es nicht, doch für Crews, die einen Stadtliegeplatz mit allem zur Hand wollen — Ausrüster, Segelmacher, Kran, Zollpräsenz —, ist es die naheliegende Basis und der natürliche Start- oder Endpunkt einer Zypern-Runde.
Ayia Napa und der Südosten: Marina und Althafen
Das Ostende der Insel hat sein eigenes neues Flaggschiff in der Μαρίνα Αγίας Νάπας, der Marina Ayia Napa, einer Tiefwasseranlage unterhalb des Badeorts, die dem Südosten eine ernsthafte Yachtadresse gab. Daneben schützt der ältere Ayia Napa Harbour weiterhin Fischerboote und Ausflugskaïks unter dem Kap. Von hier sind die berühmten Meereshöhlen und die hellen Klippen zum Kap Greco ein kurzer Schlag, und das türkisfarbene Wasser über weißem Sand verschafft dem Südosten seinen Postkartenruf. In starkem Ostwind ist es eine exponierte Ecke, also den Wetterbericht beachten, doch in den vorherrschenden Sommerwestwinden ist es eine feine, geschützte Basis, um die Buchten Richtung Protaras zu erkunden.
Larnaka und die Buchthäfen: Zygi und die Fischerschutzhäfen
Der weite Bogen der Bucht von Larnaka mit der Stadtmarina und der palmengesäumten Uferfront ist seit Langem das praktische Herz des zyprischen Segelns, nahe dem internationalen Flughafen und leicht zu proviantieren. Südwärts an der Küste bietet der kleine Hafen Zygi Marina — ein einstiger Johannisbrot-Verladehafen, heute Fischerei- und Freizeitschutz — eine ruhigere Alternative mit guten Fischtavernen am Kai. Dazwischen bieten bescheidene Fischerhäfen wie die Αλιευτικό Καταφύγιο-Schutzhäfen bei Dörfern wie Pyla und Richtung Xylotymvou rustikale Stopps für flachgehende Boote, doch sie füllen sich mit lokalen Fahrzeugen, und Gastyachten sollten vorausrufen oder davor ankern. Die Bucht selbst bietet leichtes Tagessegeln bei beständigem Sommerwetter.
Die Küste von Limassol: Althafen und St Raphael
West- und ostwärts der Marina Limassol bietet die Küste weitere Optionen. Der historische Λεμεσός Παλιό Λιμάνι, der alte Hafen im Herzen der Stadt, ist heute eher Fischerei- und Ausflugskai als Yachtliegeplatz, verankert aber mit seinen Restaurants und Museen die Uferfront der Altstadt. Ostwärts entlang der Hotelmeile bietet die St Raphael Marina am St-Raphael-Resort ein kleineres, gut geführtes Becken mit Hotelservice zur Hand — eine bequeme Alternative, wenn die Stadtmarina voll ist oder ein ruhigerer Platz gewünscht wird. Zusammen machen sie die Küste von Limassol zur dichtesten Häufung von Einrichtungen der Insel und zum naheliegenden Überwinterungsrevier.
Arbeitshäfen und Ankerplätze: Latsi und der Westen
Die West- und Nordwestküste tauschen Marina-Glanz gegen natürliche Schönheit. Latsi (Latsiou), der kleine Fischereihafen bei Polis am Rand der Akamas-Halbinsel, ist der Ausgangspunkt für die wildeste Küste der Insel: die Blaue Lagune, die Bäder der Aphrodite und ein Ufer leerer Buchten hinter den unbewohnten Akamas-Hügeln. Die Einrichtungen sind einfach — Diesel, Wasser und eine Handvoll Fischtavernen —, doch die Ankerplätze dieser Küste sind die schönsten der Insel, klar über Sand und außerhalb des Hochsommers weitgehend menschenleer. Wer den Westen befährt, nutzt Latsi als Proviant- und Schutzbasis und erkundet die Buchten unter Segeln. Da der Naturschutz der Akamas-Halbinsel streng ist und manche Buchten als Schildkröten-Nistplätze gelten, gehört Rücksicht beim Ankern dazu: auf Sand statt auf Seegras ankern, Müll an Bord behalten und in der Nestsaison Lärm und Licht in den sensibelsten Buchten meiden. So bleibt diese letzte unverbaute Küste der Insel das, weshalb Segler sie ansteuern.
Seemannschaft: Wetter, der Rand des Meltemi und Wintersegeln
Zypern belohnt Crews, die sein Wetter verstehen. Der vorherrschende Sommerwind ist eine mäßige West- bis Südwestbrise, sanfter als der wilde Meltemi, der die Ägäis im Westen hämmert, was die Insel zu einem vergleichsweise gutmütigen Sommerrevier macht. Doch die Küste ist großteils steil und entbehrt auf den exponierten Strecken allwettertauglicher Häfen, also werden Etappen um den Wetterbericht und die wenigen guten Häfen geplant. Der Winter bringt den eigentlichen Lohn: mildes, segelbares Wetter mit gelegentlich kräftigen Tiefs, bis Dezember noch badewarmes Wasser und leere Ankerplätze. Frühling und Herbst sind wohl die besten Jahreszeiten überhaupt, mit verlässlicher Brise und badewarmer See. Wer das Boot hier durchsegelt, sollte zudem auf den seltenen, aber heftigen Südwind aus der Levante achten, der bei durchziehenden Tiefs aufkommt und an der ungeschützten Südküste schnell unangenehme See aufbaut. Eine zuverlässige Wettervorhersage, ein wachsames Auge auf den Barometer und die Bereitschaft, einen Hafentag einzulegen, gehören zum Repertoire jeder Crew, die Zypern außerhalb des ruhigen Hochsommers befährt.
Klarierung, Kosten und das Tor zur Levante
Zypern gehört zur Europäischen Union, also haben EU-Boote leichte Formalitäten — doch die Insel bleibt eine Grenze mit Zoll- und Einwanderungsinteresse angesichts ihrer Lage und der Teilung des Nordens. Gastyachten sollten nur im von der Republik kontrollierten Süden klarieren und festmachen, in Limassol, Larnaka, Zygi oder Ayia Napa. Die Marinakosten liegen im Mittelfeld des Mittelmeers: mehr als Ostsee oder Türkei, weniger als die Riviera, mit attraktiven Winterlangzeittarifen, die die Dauerlieger-Flotte anziehen. Die Insel ist zudem der natürliche Stützpunkt für Boote nach Israel, Libanon, Ägypten oder zum Suezkanal, mit guten Werften, Diesel und Proviant vor einer langen Etappe ost- oder südwärts.
Einen Zypern-Törn planen: ein Beispielrund
Eine entspannte Woche könnte in der Marina Limassol Basis nehmen, westwärts vor der Akamas via Latsi ankern, dann ostwärts entlang der Südküste über Zygi zur Bucht von Larnaka zurückarbeiten und an der Marina Ayia Napa und den Meereshöhlen des Kap Greco enden. Überwinterer nutzen Limassol oder Larnaka als Heimatliegeplatz und wählen Wetterfenster für Küstenschläge und gelegentliche Überfahrten Richtung Türkei oder Levante. Die Distanzen sind kurz, die Häfen wenige, aber gut, und die Saison lang — genau deshalb fliegen die Segel, die im niedrigen Winterlicht noch leuchten, oft vor Zypern.
Auf der Karte
Zypern packt eine lange Segelsaison und eine kurze, steile Küste in eine sonnendurchglühte Insel, also zählt das Wissen um die guten Häfen mehr als sonst. Unsere interaktive Karte lässt Sie Limassol, Larnaka und Ayia Napa vergleichen, die Ankerplätze der Akamas finden und eine Inselrunde planen. Öffnen Sie Zypern auf der Karte und entdecken Sie die ostmittelmeerische Basis, die den ganzen Winter weitersegelt.