Die 10 besten Marinas in Spanien
Spanien bietet Fahrtenseglern drei Meere in einem Land: den rauen Atlantik Galiciens und der Biskaya, das warme, dicht befahrene Mittelmeer und die Passatwind-Kinderstube der Kanarischen Inseln. Auf knapp 5.000 Kilometern Küste reihen sich mehr als 360 Marinas — vom Megaport mit Superyacht-Ausrüstern bis zum Fischerdorf, in dem der Yachtsteg neben der Sardinenflotte wie eine Nachreichung wirkt. Dieser Führer stellt die Häfen vor, die jede Küste prägen — und erklärt, warum so viele Ozeanüberquerungen an spanischen Stegen beginnen.
Bucht von Cádiz: dreitausend Jahre Seemannschaft
Die Bucht von Cádiz ist wohl Europas ältester durchgehend genutzter Hafen, gegründet von den Phöniziern um 1100 v. Chr. Ihr seglerisches Zentrum ist heute Puerto Sherry in El Puerto de Santa María, eine eigens gebaute Marina mit 753 Liegeplätzen, Travellift und einer der wenigen echten Refit-Werften im Südwesten Spaniens. Auf der anderen Seite der Bucht bringen der Real Club Náutico de Cádiz und die Stadtmarina Puerto América Segler in Fussweite der Wachtürme und Frittierfisch-Bars der Altstadt, während der Real Club Náutico de El Puerto de Santa María am Ufer des Guadalete liegt, das schon die Lotsen des Kolumbus kannten. Die Bucht ist das natürliche Wartezimmer für die Strasse von Gibraltar, 60 Seemeilen weiter südöstlich.
Rías Baixas: Galiciens ertrunkene Täler
Der Nordwesten Spaniens verbirgt das schönste Fahrtenrevier des Landes: die Rías, tiefe, vom Meer gefüllte Flusstäler. Das Kronjuwel ist Baiona, wo die Festung Monterreal jenen Hafen bewacht, in dem im März 1493 die Karavelle Pinta einlief — der erste Ort Europas, der von der Neuen Welt erfuhr. Der heutige Porto Deportivo de Baiona liegt direkt unter denselben Mauern. Dahinter öffnet sich die Ría de Vigo mit den Cíes-Inseln, einem Nationalpark, dessen Strand Rodas regelmässig europäische Bestenlisten anführt — Ankern nur mit Genehmigung. Dazu kommen üppige Meeresfrüchte, die Muschelflösse namens Bateas, denen man ausweichen muss, und die nachmittägliche Nortada-Brise.
Rías Altas: die stille Ecke um A Coruña
Nördlich des Kaps Finisterre wird die Küste wilder, und der Golfo Ártabro um A Coruña birgt eine Handvoll unaufgeregter Häfen. Der Porto Deportivo de Sada ist die grösste Marina der Gegend und ein beliebter Überwinterungsplatz für Boote auf halbem Weg zwischen Biskaya und Portugal. Tiefer in der Ría de Betanzos liegen die Segeldörfer Redes und Pontedeume — Letzteres die mittelalterliche Stadt der Grafen von Andrade —, während die Förde von Ferrol bei Caranza Schutz in Marinequalität bietet. Diese Rías sehen nur einen Bruchteil des Verkehrs der Rías Baixas und belohnen alle, die bleiben.
Gijón und die Biskaya-Küste
Für Yachten, die die Biskaya queren, ist Gijón der klassische spanische Landfall. Der Puerto Deportivo de Gijón belegt das alte Handelsbecken mitten in der Stadt, wenige Meter vom Fischerviertel Cimavilla und seinen Cidre-Häusern entfernt; die benachbarte Marina Yates del Principado ergänzt moderne Kapazität. Asturien liefert die Picos de Europa als Kulisse — Gipfel über 2.600 Meter, kaum 25 Kilometer vom Salzwasser entfernt — und eine Felsküste, die Respekt verlangt, wenn der Nordwestschwell läuft.
Die Mittelmeer-Magistrale: Alicante bis Almería
Spaniens Mittelmeerküste ist Marina-Land im industriellen Massstab, verankert von Megaports wie Barcelona, Valencia und Palma. Die Marina Alicante im Schatten der Burg Santa Bárbara wurde als Startort mehrerer Ocean-Race-Ausgaben weltbekannt und gehört bis heute zu den zugänglichsten Grossstadthäfen der Küste. Weiter südlich bedient der Puerto Deportivo de Garrucha die Wüstenküste Almerías, und Caleta de Vélez östlich von Málaga verbindet eine aktive Fischereiflotte mit einigen der günstigsten Liegegebühren der Costa del Sol.
Mar Menor: Europas grösste Salzwasserlagune
Hinter einer 22 Kilometer langen Nehrung namens La Manga liegt das Mar Menor, eine 170 Quadratkilometer grosse Lagune — warm, flach, selten tiefer als 7 Meter, im Grunde ein riesiger Jollenpark und Wintertrainingsplatz. Der Puerto Deportivo de Lo Pagán und der Club Náutico Mar Menor in Los Urrutias sind typisch für seine Häfen: klein, günstig, sonnenverbrannt, mit ganzjährigen Segelschulen. Vom Mittelmeer aus läuft man durch den ausgebaggerten Kanal von Tomás Maestre ein. Es ist der einfachste Ort Spaniens, um Segeln zu lernen — und einer der schwersten zum Abschiednehmen.
Flussaufwärts: Gelves und Überraschungen im Binnenland
Spanische Liegeplätze enden nicht an der Küste. Puerto Gelves liegt 80 Kilometer den Guadalquivir hinauf am Stadtrand von Sevilla — erreichbar über dieselbe Wasserstrasse, auf der Magellans Flotte 1519 zu Tal fuhr — und bietet einige der günstigsten Dauerliegeplätze des Landes. Noch weiter vom Meer entfernt beherbergt der Stausee Embalse de la Loteta bei Zaragoza einen Binnensegelclub im Ebrobecken — der Beweis, dass Spanier überall regattieren, wo es Wasser und Wind gibt.
Kanarische Sprungbretter über den Atlantik
Jeden November füllen sich die Marinas der Kanaren mit ozeanfertigen Crews. Las Palmas de Gran Canaria richtet den Start der ARC aus, der grössten Transozean-Rallye der Welt, die über 200 Yachten auf die 2.700 Seemeilen lange Passatstrasse nach Saint Lucia schickt. Marina Rubicón und Puerto Calero auf Lanzarote sowie Santa Cruz de Tenerife nehmen den Überlauf auf. Für Oktober und November sollte man Monate im Voraus buchen; im Dezember leeren sich die Stege, wenn die Flotte auf dem Nordostpassat nach Westen reitet.
Auf der Karte
Alle diese Häfen — von den Festungsmauern Baionas bis zu den Lagunenhäfen des Mar Menor — sind auf unserer interaktiven Karte verzeichnet, zusammen mit Hunderten weiteren spanischen Marinas, Ankerplätzen und Yachtclubs. Öffnen Sie Spanien auf der Karte, folgen Sie der Küste, die zu Boot und Saison passt, und beginnen Sie mit der Törnplanung.