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Die 10 besten Marinas in Schweden

Schweden stellt Seglerinnen und Segler vor ein fast unlösbares Luxusproblem: Rund 267.570 Inseln säumen Küsten und Seen, mehr als in jedem anderen Land der Erde. Allein der Stockholmer Schärengarten verteilt etwa 30.000 Granitinseln über sechzig Seemeilen geschützten Wassers, während die Westküste in Bohuslän ihren rosafarbenen Gneis zu glatten Platten schleift, auf die man direkt vom Bug steigen kann. Dazwischen liegen der Mälarsee, der Vänern und der 190 Kilometer lange Göta-Kanal — eine schwedische Saison kann also innerhalb einer Woche von offenen Ostseeschlägen zu Schleusenromantik im Ackerland wechseln. Die Gästehäfen, die gästhamnar, reichen vom Großstadtponton unterm Königsschloss bis zum einsamen Steg mit Kasse des Vertrauens.

Wasahamnen und die Liegeplätze im Herzen Stockholms

Wer mitten in Stockholm festmachen will, läuft Wasahamnen auf Djurgården an: rund 200 Gastplätze im Schatten des Vasa-Museums, in dem das 1628 gesunkene und geborgene Kriegsschiff nur zwei Gehminuten von den Stegen entfernt hinter Glas aufragt. Die Wassertiefen erreichen etwa 4 Meter, das Fahrwasser von der Ostsee herein ist durchgehend betonnt, und morgens weckt einen das Vergnügungspark-Rauschen von Gröna Lund gegenüber. Schwimmende Restaurantpontons wie der Strandbryggan Sea Club am Strandvägen zeigen, wie konsequent die Stockholmer ihre Uferlinie erobert haben. Zwischen Mittsommer und Anfang August unbedingt reservieren — die Stadt ist schnell voll.

Sandhamn, der Klassiker der Außenschären

Fünfzig Kilometer östlich der Hauptstadt liegt Sandhamn auf der Insel Sandön, Schwedens berühmtester Segelhafen, seit 1897 Heimat des Königlichen Segelclubs KSSS und Startlinie der Hochseeregatta Gotland Runt. Im Gästehafen liegen mehrere hundert Boote mit Heck zum Steg an Bugbojen, und Ende Juni verwandeln sich die Stege in eine einzige Feier. Das autofreie Dorf besteht aus Kiefernwald und Sandwegen; auf der Veranda des Gasthauses Sandhamns Värdshus wird seit 1672 ausgeschenkt. Der Ankergrund in der Ansteuerung hält gut, aber frischer Ostwind schickt Schwell in die äußeren Plätze — in der Hochsaison besser vor dem Nachmittag eintreffen.

Vaxholm und die inneren Fahrwasser

Jedes Boot auf dem Weg nach Stockholm passiert Vaxholm, die heimliche Hauptstadt der Schären, wo eine Festungsinsel aus dem 16. Jahrhundert das Fahrwasser teilt und der Gästehafen unter pastellfarbenen Holzvillen an der Stadtkai liegt. Ein idealer erster oder letzter Abend: Ausrüster, eine berühmte Bäckerei und die Fähren der Waxholmsbolaget, die seit über hundert Jahren nach festem Takt vorbeistampfen. Gleich südlich davon ist das Ufer von Lidingö dicht mit Vereinshäfen besetzt — der Lidingö Båtklubb und die Werftanlagen rund um AB Lidingövarvet versorgen Stockholms Segler seit Generationen, und die Killingsholmens Marina duckt sich an die ruhigere Ostseite der Insel.

Hinein in den Mälaren: Sigtuna und Uppsala

Durch die Hammarby-Schleuse oder unter den Brücken im Stadtzentrum hindurch öffnet sich der Mälarsee: 120 Kilometer Süßwasser, gespickt mit Schlössern. Sigtuna båthamn och gästhamn legt einen direkt vor Schwedens älteste Stadt, gegründet um 980, deren Hauptstraße noch dem wikingerzeitlichen Grundriss folgt und an mittelalterlichen Kirchenruinen vorbeiführt. Die Mälar Marinan und etliche kleinere Vereinsstege bedienen das Seengebiet, während der Fluss Fyrisån Booten mit geringem Tiefgang (etwa 2 Meter) die Fahrt bis zum Uppsala gästhamn erlaubt — festgemacht wird fast unter den Doppeltürmen der größten Kathedrale Skandinaviens. Birka, der UNESCO-gelistete Wikingerhandelsplatz auf Björkö, hat einen eigenen Besuchersteg.

Bohuslän: Smögen, Marstrand und der Granit des Westens

Die Westküste zwischen Göteborg und der norwegischen Grenze ist ein anderes Schweden: kahler, rundgeschliffener Granit, falunrote Fischerdörfer und Salzwasser mit echter, wenn auch bescheidener Tide von 20 bis 30 Zentimetern. Smögens hölzerne Hafenpromenade, die Smögenbryggan, ist das Sandhamn der Westküste — man liegt mit dem Heck zur berühmten Kaje, während wenige Meter weiter die Krabbenkutter ihren Fang löschen. Marstrand, bewacht von der Festung Carlsten aus dem 17. Jahrhundert, bietet einen Allwetterhafen mit zwei Einfahrten und im Juli Match-Race-Segeln auf Weltklasseniveau. Weiter südlich gehören Hovås hamn und die Schären vor Göteborg den Einheimischen, und Inre Saltholmen ist das Sprungbrett in die autofreien Südschären — Styrsö, Vrångö, Brännö — mit kleinen, aber unvergesslichen Gastplätzen.

Göteborg, der Göta-Kanal und der Vänern

Göteborg selbst empfängt Gäste an Lilla Bommen mitten im Zentrum, unter dem lippenstiftroten Hochhaus Läppstiftet und neben der Viermastbark Viking. Von hier führt der Göta älv zu den gewaltigen Schleusen von Trollhättan und hinaus auf den Vänern, Europas drittgrößten See, wo Häfen wie Hönsäter Hamn unter dem Tafelberg Kinnekulle Boote auf dem Weg zu Kalksteinufern und dem Nationalpark der Djurö-Schären versorgen. Der eigentliche Göta-Kanal, eröffnet 1832, trägt einen anschließend durch 58 Schleusen quer durchs Land bis zur Ostsee — mindestens fünf Tage einplanen; der Kanalpass schließt die meisten Gästehäfen entlang der Strecke ein.

Die Südküsten: Halland, Schonen und darüber hinaus

Südlich von Göteborg wird die Küste weicher und geht in die langen Sandbuchten Hallands über. Bua Hamn, ein aktiver Fischereihafen nahe der Landzunge von Ringhals, ist ein ehrlicher, unpolierter Stopp mit fangfrischem Fisch, während der kleine Hafen von Laholm die flache Laholmsbucht bedient. Um die Ecke im Öresund warten gepflegte Marinas in Råå und Limhamn bei Malmö, Kopenhagen liegt einen Tagesschlag entfernt. Richtung Osten führen Ystad, Simrishamn und die Kreidefelsen von Stenshuvud zur Hanöbucht, zur UNESCO-Marinestadt Karlskrona und schließlich nach Gotland, wo der Hafen der mittelalterlichen Ringmauerstadt Visby der stimmungsvollste Landfall der ganzen Ostsee ist.

Praktisches: Gebühren, Jedermannsrecht und Saison

Schwedische Gästehäfen verlangen für ein Boot von 10 bis 12 Metern meist 200 bis 450 SEK pro Nacht, in der Regel inklusive Strom, Duschen und oft Sauna; bezahlt wird zunehmend per App. Der eigentliche Zauber aber heißt allemansrätten, das Jedermannsrecht: Außerhalb privater Grundstücke und Vogelschutzgebiete darf man frei ankern, mit dem Bug am Fels und Heckanker festmachen und unbewohnte Schären zu Fuß erkunden. Die Saison läuft von Mitte Mai bis Mitte September mit Spitze im Juli; der Juni schenkt 18 Stunden Tageslicht und leere Naturhäfen. Die Seekarten sind hervorragend, betonnt wird nach IALA-A, und neben UKW-Kanal 16 wacht die schwedische Seenotrettung SSRS über die gesamte Küste.

Auf der Karte

Schweden belohnt langsames Fahrtensegeln wie kaum ein anderes Revier in Europa — hinter jedem Sund zwischen zwei Schären wartet der nächste Hafen, Vereinssteg oder Traumankerplatz. Mit unserer interaktiven Karte lässt sich eine Route vom Granit Bohusläns bis in die innersten Winkel des Mälaren planen, Gästehäfen entlang des Kurses vergleichen und genau die kleinen Stege finden, die in keinem Hafenhandbuch stehen. Beginnen Sie mit Schweden auf der Karte und ziehen Sie Ihre eigene Linie durch die 30.000 Inseln.