Die 10 besten Marinas in Algerien
Wer Kap Bon gerundet hat und nach Osten entlang Nordafrikas Küste läuft, überspringt oft den direkten Kurs von Tunesien nach Malta. Wer den Umweg über Algerien nimmt, entdeckt etwas, das die meisten Mittelmeermarina-Besucher einer ganzen Generation nicht gesehen haben: alte Häfen, die wieder aufwachen, saubere Ankerplätze ohne ein einziges anderes Boot am Horizont, und eine Küste von über 1.200 km Länge, auf der bis vor Kurzem kaum ein Schwimmsteg zu finden war. Die Südmittelmeeroute verändert sich. Algerien hat in Marinas investiert und das Einklarierungsregime für transitierende Jachten vereinfacht.
Port de plaisance de Sidi Fredj, Algier
Sidi Fredj, auf einer Halbinsel 25 km westlich des Stadtzentrums von Algier gelegen, ist Algeriens bestentwickelte Marina. Sie bietet rund 700 Liegeplätze, einen 50-Tonnen-Travellift, Strom und Wasser an allen Stegen, Diesel, eine Schiffsausrüstung, ein Restaurant und ein kleines Hotel. Die Einfahrt ist gut betonnt; man kommt von Nordwesten herein und hält sich zur westlichen Mole. Zoll und Immigration sind vor Ort. Sidi Fredj ist der erste Ansprechpartner für Ankömmlinge aus Sardinien, Mallorca oder Südspanien.
Club Marina Palm, Algier
Einige Kilometer östlich von Sidi Fredj liegt Club Marina Palm in einem ruhigeren Becken hinter palmengesäumten Promenaden. Mit rund 200 Plätzen ist es in erster Linie ein lokaler Klubhafen, nimmt aber Gastjachten auf. Das Personal spricht Französisch, die Duschen sind sauber, und der Klub veranstaltet gelegentliche Offshore-Rennen zu den Îles Habibas. Proviant ist im umliegenden Wohngebiet gut zu beschaffen.
Port de plaisance de Salamandre, Annaba
Im östlichen Algerien, nahe der tunesischen Grenze, befindet sich Annaba (das antike Hippo Regius, wo Augustinus Bischof war). Der Salamandre-Freizeithafen fasst rund 150 Liegeplätze bei ausreichenden Wassertiefen und ist ein bequemer erster Anlaufpunkt von Sizilien oder Pantelleria kommend. Die römischen Ruinen von Hippone und die Basilika des heiligen Augustinus sind bequem per Taxi erreichbar.
Port de Beni Saf, Provinz Tlemcen
An der zerklüfteten Westküste Algeriens nahe der marokkanischen Grenze liegt Beni Saf, ein Fischereihafen, der Gastjachten an der Kaimauer aufnimmt. Die Stadt klettert steil vom Hafen hinauf, und die Umgebung — Weinberge, rotonige Hügel, uralte Berberdörfer — ist landschaftlich zu den eindrucksvollsten Nordafrikas zu zählen. Die Tiefgänge an der Kaimauer liegen typischerweise bei 3 m und mehr.
Port de Bouzedjar, Aïn Témouchent
Gleich östlich von Beni Saf liegt Bouzedjar in einer geschützten Bucht gegenüber den Îles Habibas — einem Archipel kleiner Kalksteininseln, das zu Algeriens bestgehüteten Segelgeheimnissen zählt. Die Inseln sind Meeresschutzgebiet und unbewohnt, zugänglich nur per Boot. Dinghylandungen bei ruhigen Verhältnissen möglich. Der Ankerplatz vor Bouzedjar bietet guten Halt in Sand bei 6–10 m Tiefe.
Tamentfoust, Ostalgerien, Großraum Algier
Am östlichen Rand des Großraums Algier bildet das Kap Matifou eine natürliche Abschirmung. Ein kleines Becken nimmt örtliche Fischerboote und eine Handvoll Gastliegeplätze auf. Die Lage ist malerisch, und der Straßenanschluss nach Algier ist problemlos — ein nützlicher Ausweichhafen, wenn Sidi Fredj belegt ist.
Port de Cap Djinet, Provinz Boumerdès
Rund 50 km östlich von Algier liegt Cap Djinet, ein kleiner, aber gut geschützter Fischerhafen. Das Kap selbst erzeugt bei Nordwestwind erhebliche Windverstärkung, doch hinter dem Wellenbrecher liegt das Becken ruhig. Für die meisten Kreuzer ausreichende Tiefen; der Ort ist klein, die Versorgung bescheiden, aber die Landschaft — rote Klippen über glasklarem Wasser — ist atemberaubend.
Tigzirt, Kabylie-Küste
Im Herzen der Kabylei, 70 km östlich von Algier, liegt Tigzirt auf einem Kap mit einem kleinen Hafen zu Füßen. Die Kabylei ist eine stolze Kulturregion mit einer eigenen berberischen Identität, und das Dorf ist lebendig und einladend. Der Hafen ist flach — stellenweise nicht mehr als 1,5 bis 2 m — und eignet sich daher für Flachkieler oder Segler, die bereit sind, vor Anker zu gehen. Die römischen Inselruinen der Île de Tigzirt sind außergewöhnlich.
Port El Marsa und Port Coco Plage, Mittelküste
Diese beiden kleineren Häfen nahe dem Badeort Tipaza dienen vor allem der einheimischen Freizeitschifffahrt, nehmen aber Gastjachten auf. Tipaza selbst ist ein kulturelles Pflichtprogramm: Die römischen Ruinen — mit Amphitheater und Basilika über dem Meer — zählen zu den schönsten in Nordafrika und sind UNESCO-Weltkulturerbe. Bei ruhigem Wetter ankert man gut in Sand.
Port Bou Haroun, Provinz Tipaza
Wenige Kilometer östlich von Tipaza ist Bou Haroun ein Fischereihafen mit einem kleinen Bereich für Freizeitboote. Diesel und Grundversorgung sind vorhanden. Die Bucht bietet angemessenen Schutz vor dem vorherrschenden Nordwestwind, und die Ankerstimmung ist typisch nordafrikanisch: weiße Häuser am Ufer, Fischerboote in der Abenddämmerung, die Atlasberge im Hinterland.
Praktische Hinweise für Algerienfahrer
Für ausländische Jachten ist eine Vorabgenehmigung der Generaldirektion Seefahrt in Algier erforderlich. Der Prozess hat sich in den letzten Jahren beschleunigt, und mehrere europäische Jachtagenturen übernehmen die Abwicklung gegen ein kleines Honorar. Auf UKW ist Französisch meistens verstanden; Algier Radio sendet Seewettermeldungen auf Kurzwelle auf Französisch. Kraftstoff ist subventioniert und für europäische Verhältnisse außerordentlich günstig.
Auf der Karte
Algeriens Küste bietet über tausend Kilometer weitgehend unerforschtes Segelgelände — von der marokkanischen Grenze im Westen bis Annaba im Osten. Auf der interaktiven Karte lassen sich alle Ankerplätze, Häfen und Marinas entlang dieser selten besegelten Strecke des südlichen Mittelmeers finden. Suchen Sie Algerien auf der Karte, um Ihre Route vor der Saison zu planen.