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Die 10 besten Marinas in Deutschland

Deutschland steht selten ganz oben auf der Liste der Traumreviere — und genau das ist der Irrtum. Zwischen dänischer Grenze und Stettiner Haff entfaltet die Ostseeküste Förden, Bodden und Inselsunde; die Nordseeseite verlangt rund um Helgoland und die Ostfriesischen Inseln echte Gezeitenseemannschaft; und im Binnenland tragen die Mecklenburgische Seenplatte und der Bodensee eine der höchsten Bootsdichten Europas. Bei weit über tausend Häfen und Vereinen ist die Auswahl schwer — diese zehn Marinas vermessen das ganze Spektrum: Salzwasser, Süßwasser und alles dazwischen.

Flensburger Förde — die Ostsee von ihrer sanftesten Seite

Die zwischen Deutschland und Dänemark geteilte Förde ist für viele Segler das schönste Ostseewasser: steile bewaldete Ufer, kaum Tidenhub und eine Perlenkette von Häfen an beiden Seiten. Flensburg selbst verbindet den historischen Museumshafen voller Gaffelsegler mit der modernen Marina Sonwik, die in eine ehemalige Marinebasis gebaut wurde — man liegt unter umgebauten Offizierskasernen. Dänische Inselhäfen wie Sonderburg sind von hier ein entspannter Tagesschlag, und die Rum-Handelsgeschichte der Altstadt gibt dem obligatorischen Hafenbummel echte Substanz.

Schleswig und die Schlei — Deutschlands längste Förde

Die Schlei windet sich 42 Kilometer landeinwärts, stellenweise schmal wie ein Fluss, und endet am Stadthafen Schleswig unter dem 112 Meter hohen Turm des Doms. Vom Stadthafen sind Schloss Gottorf zu Fuß und die Wikingersiedlung Haithabu — UNESCO-Welterbe — direkt über das Wasser erreichbar. Unterwegs bedienen kleine Stationen wie der Missunder Yachtclub oder die Stege von Borgwedel Crews, die stille Schilfufer bevorzugen. Die Wassertiefen verlangen Aufmerksamkeit: Teile des Fahrwassers tragen kaum 2 Meter, was die großen Yachten fernhält und die Atmosphäre intim bewahrt.

Kiel — olympisches Revier und die größte Segelwoche der Welt

Kiel-Schilksee wurde für die Olympischen Spiele 1972 gebaut und ist bis heute Schauplatz der Kieler Woche, wenn im Juni rund 4.000 Aktive und drei Millionen Besucher an die Förde strömen. Der Olympiahafen nimmt ganzjährig Gastlieger auf, und die Kieler Förde bietet Regattawind erster Güte — mit der Dänischen Südsee um Ærø und Als in bequemer Reichweite. Die Kanaleinfahrt in Holtenau liefert den praktischen Bonus: Der 98 Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal, die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt, beginnt direkt vor der Haustür.

Warnemünde und Hohe Düne — die Superyacht-Adresse der Ostsee

An der Warnowmündung unterhalb von Rostock reiht der Yachthafen Hohe Düne rund 750 Liegeplätze hinter eigenen Molen auf — Schwimmstege, Fünf-Sterne-Hotel und Wassertiefen für wirklich große Yachten inklusive. Der alte Fischereihafen von Warnemünde und der breite weiße Strand liegen per Personenfähre direkt gegenüber. Im August ist der Hafen Startlinie der Hanse Sail, wenn sich vor Rostock über hundert Traditionssegler versammeln — eines der größten Treffen klassischer Schiffe weltweit.

Rügen, Stralsund und die Segler von der Insel Poel

Die Boddengewässer zwischen Stralsunds welterbegeschützter Altstadt und den Kreidefelsen Rügens sind flach, geschützt und voller Charakter. Im Stadthafen Stralsund liegt man neben der Gorch Fock und dem Ozeaneum; von dort füllen Lauterbach, Seedorf und die winzige Insel Vilm eine Woche mit kurzen Schlägen. Weiter westlich bewacht die Insel Poel die Wismarbucht, wo der Segelclub Insel Poel im Hafen von Kirchdorf eine lebendige Regattaszene pflegt — Beleg dafür, dass die ostdeutsche Segelkultur alles überstanden hat, was das zwanzigste Jahrhundert ihr zumutete.

Lagunenstadt Ueckermünde — das Stettiner Haff

Am weiten, flachen Stettiner Haff nahe der polnischen Grenze ist die Marina Lagunenstadt Ueckermünde selbst als kleine Lagunenstadt angelegt: Ferienhäuser säumen die Becken, rund 180 Liegeplätze stehen bereit. Das Haff misst etwa 900 Quadratkilometer und ist doch selten tiefer als 6 Meter — kurze, kabbelige Welle, aber kein Schwell. Von hier liegt das polnische Stettin eine Tagesreise die Oder hinauf, und die Insel Usedom mit den Kaiserbädern Heringsdorf und Ahlbeck schirmt das Haff von der offenen Ostsee ab.

Marina Wolfsbruch — Hauptstadt der Seenplatte

Das mecklenburgische Binnenland zählt über tausend Seen, verbunden durch Kanäle und Schleusen, und die Marina Wolfsbruch bei Rheinsberg ist die kompletteste Basis darin: rund 220 Liegeplätze, Charterflotten, Hotel und Pool — erreichbar durch Waldkanäle, über denen Fischadler jagen. Die Müritz, mit 117 Quadratkilometern der größte ganz in Deutschland liegende See, verbindet sich südwärts bis zum Berliner Wannsee. Große Teile des Reviers sind mit dem Charterschein führerscheinfrei befahrbar — das hat die Seenplatte zur Kinderstube des deutschen Wassersports gemacht.

Die Nordsee-Schule — Cuxhaven, Norderney und Nordenham

Die Deutsche Bucht ist der Ort, an dem Ostseesegler ihr Examen ablegen. Der Tidenhub erreicht 3 Meter und mehr, die Sände wandern jährlich, und Häfen wie Cuxhaven an der Elbmündung oder die Inselmarina von Norderney verlangen echte Törnplanung um die Tidenfenster. An der Weser zeigen der Sportboothafen Nordenham und der Hafen Bremervörde an der Oste die stillere, werktätige Seite des Nordsee-Wassersports. Der Lohn für all die Rechnerei heißt Helgoland: Deutschlands einzige Hochseeinsel, 25 Seemeilen draußen, mit einem zollfreien Hafen, in dem an Sommerwochenenden Päckchen an Päckchen liegt.

Flüsse und der Süden — Cochem an der Mosel und der Bodensee

Deutscher Wassersport endet nicht im Flachland. Der Hafen Cochem-Cond an der Mosel bettet Boote unter eine tausendjährige Reichsburg inmitten der steilsten Weinberge Europas — Flussfahrt ist hier Weinlandtour auf dem Wasser. Und ganz im Süden trägt der Bodensee, 536 Quadratkilometer geteilt mit der Schweiz und Österreich, Zehntausende Boote zwischen Konstanz, Lindau und der Blumeninsel Mainau, mit den Alpen hinter jedem Segel. Hier gilt ein eigenes Patent, das Bodenseeschifferpatent; die Einheimischen halten die Bürokratie für einen fairen Preis für die Aussicht.

Auf der Karte

All diese Häfen — vom kleinsten Schlei-Steg bis zu den Superyacht-Piers der Hohen Düne — sind auf unserer interaktiven Karte verzeichnet. Zoomen Sie in die Ostseeküste, folgen Sie den Seenketten Mecklenburgs oder klappern Sie die Tidehäfen der Nordsee einzeln ab. Beginnen Sie mit Deutschland auf der Karte und stellen Sie Ihre eigene Top Ten zusammen.